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Ihr Auto ist straßentauglich – sind Sie es auch? Dieses Buch dokumentiert, zum Teil bebildert, mehr als 130 Straßennamen in allen Sylter Ortschaften: Von A wie Alte Bahnhofstraße bis Z wie Zwischen den Hedigen.
Der Autor veröffentlichte in der Tageszeitung "Sylter Rundschau" in den Jahren 2003 bis 2005 eine Serie über die Sylter Straßennamen. Diese Texte wurden nun überarbeitet und um einige weitere Bezeichnungen angereichert.
Dieses Buch ergänzt die Literatur über Sylt nicht allein um ein neues Standard- und Nachschlagewerk. Vielmehr erfährt der Leser dadurch Wissenswertes über die Namensgebung der Straße, in der er wohnt, wie auch über die Straßen in der Nachbarschaft und im Ort.
Besonderer Wert wurde darauf gelegt, nicht allein nüchterne Fakten zu vermitteln. Daher erzählt jede Abhandlung in unterhaltsamer Weise, partiell mit Anekdoten und Sagen gewürzt, von Historie und Menschen dieser Insel.
LESEPROBE:
(...) "Die Nacht war schwerdunkel, und die Männer, die den Strand nach antreibendem Gut abliefen, hatten das Wrack kaum ausmachen können. Nun wateten sie in der auslaufenden Brandung umher, um die rollenden Fässer und Bretter mit Haken aufs Trockene zu ziehen. Einer der Männer prüfte gerade seinen Fang, da stellte er fest, dass er kein Schiffsgut gefischt hatte, sondern eine buntbemalte Wiege, in der ein Kind lag. Es war aber nicht tot, sondern es schrie, dass man es trotz Sturm und Brandung hörte wie den schrillen Schrei einer hungrigen Möwe."
So beschrieb die Schriftstellerin Margarete Boie in ihrem Buch "Der Sylter Hahn" die glückliche Rettung eines Säuglings. Es soll um 1620 gewesen sein, als ein holländisches Schiff zwischen Hörnum und Rantum strandete. Nur das Kind in der Wiege überlebte den Schiffbruch. Nach überlieferten Erzählungen soll einer der Strandgänger das Findelkind zu einem kinderlosen Rantumer Ehepaar gebracht haben, das es wie sein eigenes aufzog.
Nach dem Schiffsnamen "Grethje van Amsterdam" wurde das Mädchen fortan "Greth" genannt. In späteren Jahren erwies sich Greth als tüchtige Fischerin, von der die Rantumer sagten: "Im Boot war sie mehr wert als zehn Buben." Als Greth zu einem hübschen, blonden Mädchen heranreifte, machten ihr viele junge Männer den Hof. Weil sie sich aller Zudringlichkeiten jedoch durch heftiges Kratzen erwehrte, wurde sie bald "Greth Skrabbel" gerufen. Und eben diesen Namen trägt heute eine Straße im Ortskern von Hörnum.
Greth Skrabbel heiratete schließlich den etwas ungelenken, aber gebildeten Rantumer Burschen Jens Jensen. Über ihr weiteres Leben ist wenig bekannt, umso mehr jedoch über ihren Enkelsohn: Lorens de Hahn war der tüchtigste aller Sylter Walfänger. (...)
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