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Wer weiß, dass mehr als ein Drittel der Insel Sylt unter Naturschutz steht? Welche Überlebensstrategien die Pflanzen der Dünen haben? Dass sich die Schnabelform des Austernfischers der bevorzugten Technik bei der Nahrungssuche anpasst? Die Pantoffelschnecke im Laufe ihres Lebens ihr Geschlecht wechselt? Und sogar Haie vor der Sylter Küste schwimmen?
Diese und viele weitere Erkenntnisse vermittelt der nunmehr fünfte Band aus der Reihe "Die Kleine Insel-Edition". Verständlich und anschaulich blättert die informative Publikation die vielen Facetten der Sylter Tier- und Pflanzenwelt auf. Die verschiedenen Landschaftstypen werden dabei ebenso erläutert wie die Bedeutung des Naturschutzes, der Pflanzenreichtum der verschiedenen Vegetationsgebiete ebenso beschrieben wie die vielfältige Tierwelt. Durch die zahlreichen Fotografien und das handliche Format ist dieses Buch nicht nur eine interessante Lektüre für daheim, sondern auch ein idealer Begleiter für Ausflüge auf der Insel.
LESEPROBE:
“(…) Sie sind wahre Überlebenskünstler: Jene Pflanzen, die in der Überflutungszone des Wattenmeers und der Salzwiesen vegetieren. Um angesichts des kontinuierlichen Salzeintrags nicht sogleich zu verdörren, haben sich diese zähen Gewächse besondere Methoden einfallen lassen.
So trotzt etwa das Schlickgras wirkungsvoll den beständigen Überflutungen. Keine Pflanze wagt sich so weit ins Watt hinaus – mit ihren ausgeprägten Wurzeln, dichten Stängeln und schilfartigen Blättern fasst sie Fuß und vermehrt sich rasch. Um zu überleben, scheidet das Schlickgras das aufgenommene Meersalz durch Drüsen wieder aus. Die Blätter sind besonders widerstandsfähig. An ihrer gefurchten Oberfläche bildet sich bei Überflutung ein Luftfilm, so dass die Pflanze zur Not bis zu 16 Stunden schadlos unter Wasser stehen kann.
Ein nicht minder zäher Bursche ist der Queller: Diese robuste Pflanze, die einem kleinen Kaktus ähnelt, scheidet das Meersalz im Gegensatz zum Schlickgras nicht aus, sondern lagert es ein. Durch den wachsenden Salzgehalt quellen die fleischigen Blätter im Laufe des Sommers mehr und mehr auf und wechseln dabei ihre Farbe: Leuchtet der Queller anfangs noch in einem zarten Grün, so verfärbt er sich bis zum Spätherbst rot und stirbt schließlich ab. Doch das Fundament für die nächste Generation ist bereits gelegt: Der erste Frost lässt Samenkapseln aufspringen, die ans Ufer geschwemmt werden und im nächsten Frühjahr keimen. (…)”
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