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Sylt, untrennbar verbunden mit dem Nimbus der Prominenz. Dichter und Denker, Maler und Komponisten ließen sich von den kargen Reizen der Landschaft inspirieren. Später kamen die stillen Stars, dann die Wirtschaftsbosse und schließlich der Jet-Set, der die Legende von der "Insel der Reichen und Schönen" um das windige Eiland rankte. Als erste Publikation widmet sich nun die Buch-Neuerscheinung "Sylt prominent" umfassend diesem illustren Thema: Eine Auslese von über 150 Persönlichkeiten aus mehr als hundert Jahren Zeitgeschichte vermittelt ein repräsentatives Bild – von blauem Blut und braun gebrannten Playboys über Schriftsteller und Schauspieler bis hin zu Wirtschaftskapitänen und Politikern.
Welche Erlebnisse hat der Literat Thomas Mann in einen Roman eingeflochten? Worüber quengelte Schauspielerin Romy Schneider? Welchen Traum hegte Hollywood-Regisseur Nicholas Ray? Warum stand Pop-Titan Dieter Bohlen plötzlich unter Hochspannung? Was verschlief Bundeskanzler Willy Brandt? Was erblickte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki am FKK-Strand? Und was verband die Terroristin Ulrike Meinhof mit Sylt? Antworten auf all diese Fragen und zahlreiche weitere unterhaltsame Informationen über die populären Gäste dieser Insel vermittelt dieses Buch.
LESEPROBE:
(...) "An diesem erschütternden Meere habe ich tief gelebt", trug der Literat Thomas Mann 1927 ins Gästebuch des Kampener Hauses "Kliffende" ein – jenem Jahr, in dem er auf Sylt eine Liebesbeziehung mit einem 17-jährigen Jungen knüpfte. Erst Jahre später bekannte Mann: "Schwarze Augen, die Tränen für mich vergossen, geliebte Lippen, die ich küsste. Damals war ich ein glücklicher Liebhaber." Mit seinem Gefährten hatte er sich jeden Morgen in die Wellen der Brandung gestürzt, "nach deren Prankenschlägen ich mich das ganze Jahr zurücksehnen werde". An seinen Bruder schrieb er: „Die Reize dieser Insel sind keusch und karg und lenken den Sinn auf Grog. Ich habe noch immer den weichen Donner der Brandung im Ohr."
Seine Erlebnisse hat Mann in den Roman "Der Zauberberg" eingeflochten. Den Protagonisten Hans Castorp beschrieb er so: "Auf Sylt hatte er, in weißen Hosen, sicher, elegant und ehrerbietig, am Rande der mächtigen Brandung gestanden wie vor einem Löwenkäfig. Dann hatte er gebadet, während ein Strandwächter auf einem Hörnchen denjenigen Gefahr zublies, die frecherweise versuchten, über die erste Welle hinaus zu dringen."
1929. Während Thomas Mann in Stockholm den Nobelpreis entgegennimmt, bekommt ein junger Kollege auf Sylt die Chance seines Lebens. Und die hat er verdammt bitter nötig. Denn mit seinem bisherigen Lebenslauf wird er in die Geschichte nicht als brillanter Schriftsteller, sondern als gescheiterte Existenz eingehen. Mit 18 ein Selbstmordversuch. Mit 20 Entlassung vom Gymnasium – ohne Schulabschluss. Dann: Alkohol- und Rauschgiftsucht, Aufenthalte in Heilanstalten, vergebliche Entziehungskuren. Damit nicht genug: Mehrere Monate Haft wegen Unterschlagung, wenige Jahre später erneute Freiheitsstrafe wegen Betrugs. Dann, endlich, kommt der Gestrauchelte auf die Beine. (...)
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