Kleine Weltenbummler
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Neue Akzente auf dem Sylter Buchmarkt: Mit dem Titel "Kleine Weltenbummler erkunden Sylt" ist das erste umfassende Kinderreisebuch für die Insel erschienen. Neben den zahlreichen Sylt-Reiseführern für erwachsene Leser kommen damit jetzt endlich auch kleine Gäste im Alter von sechs bis zwölf Jahren auf ihre Kosten. Ob zum Vorlesen oder selber lesen – in kindgerechter, persönlicher Sprache führt der Autor den Nachwuchs quer über die Insel durch alle Orte und berichtet ihnen mit leichter Feder viel Wissenswertes. Zauberhafte, ganzseitige Aquarelle geben den Worten ein Gesicht.

Was sind Ebbe und Flut? Wie gelangte man früher nach Sylt, als es noch keinen Damm gab? In welchem Sylter Kirchturm befand sich einmal ein Gefängnis? Und wo die kleinste Schule Deutschlands? Antworten auf diese und viele weitere Fragen werden auf der abwechslungsreichen Rundfahrt – natürlich mit dem Fahrrad – vermittelt. Historische Stätten wie ein Hünengrab oder eine Vogelkoje werden besucht, insulares Brauchtum wie Ringreiten oder Maskenlaufen veranschaulicht. Neben den verständlich erläuterten Sachinformationen erfahren die jungen Leser auch spannende Begebenheiten aus der reichhaltigen Sylter Sagenwelt.

 

LESEPROBE:

 

(...) Was aber machte man im Winter, bevor ein Damm zur Insel gebaut wurde? Schließlich konnten die großen Schiffe in besonders kalten Monaten, wenn sich rund um die Insel dicke Eisschollen auftürmten, nicht mehr fahren. Aber die Menschen brauchten ja trotzdem dringend Medikamente, Post und andere Dinge vom Festland. Tja, in solchen Fällen mussten die Eisschiffer ran. Von Morsum und anderen Stellen aus gingen die unerschrockenen Männer auf eine schwierige Reise: Sie setzten sich in ein großes, hölzernes Ruderboot mit einem kleinen Segel und paddelten zwischen den großen Eisschollen durch das Meer; immer wieder mussten sie unterwegs aussteigen und das Boot mühsam übers Eis bis zur nächsten offenen Wasserstelle ziehen.

Du kannst Dir bestimmt vorstellen, wie anstrengend das war, denn man konnte sich bei plötzlich aufsteigendem, dichten Nebel leicht verirren. Manchmal brachen die Männer auch an dünnen Stellen im Eis ein. Das kalte Wasser gefror an ihren Stiefeln und Mänteln, so dass sie sich kaum noch bewegen konnten. Erst 1923 waren die Sylter mit dem Eisboot das letzte Mal unterwegs. Danach wurde ja bald der Hindenburgdamm gebaut. (...)